WELT2000 - Wie alles begann

Motivation

Anfang der 1990er Jahre begann der Segelflieger Micheal-Lorenz Meier (kurz Milomei, Spitzname Michel) aus Boberg bei Hamburg damit, unterstützt von seiner Frau Antje systematisch Koordinaten von Flugplätzen und Wendepunkten in Deutschland zu sammeln und mit einem selbst geschriebenen Programm zu verwalten.

Auslöser für diese Initiative war die Verfügbarkeit von GPS-Empfängern und die damit verbundene 'Entdeckung', dass die in offiziellen Luftfahrtveröffentlichungen wie der AIP oder dem Fliegertaschenkalender wiedergegebenen Koordinaten reihenweise nicht stimmten. So stellte er beispielsweise fest, dass das dem Heimatplatz Boberg benachbarte Segelfluggelände Grambeker-Heide in der ICAO-Karte 1,5km zu weit westlich eingezeichnet war, so dass es mitten im Elbe-Lübeck-Kanal hätte liegen müssen. Er vermutete damals, dass man dies im Kalten Krieg bewusst aus militärischen und politischen Gründen so gemacht hatte.

Für einen Segelflieger wie Michel waren derartige Ungenauigkeiten inakzeptabel, denn mit GPS war die Grundlage geschaffen worden, einen Endanflug sogar auf einen unbekannten Flugplatz sehr präzise und damit sicher durchzuführen. Dabei muss man sich aber auf die Positionsangabe des Flugplatzes verlassen können, denn bei modernen Segelflugzeugen ist der Neigungswinkel der Flugbahn so flach, dass man den Flugplatz selbst aus geringen Entfernung möglicherweise nicht sieht und erst sehr spät den Fehler erkennen kann.

Eine Idee zieht Kreise

Begonnen hatte Michel damit, die Koordinaten von Flugplätzen und Wendepunkten in seiner Nähe persönlich am Boden per GPS-Empfänger zu vermessen. Später hatte er dann Segelflugvereine angeschrieben, ihre Flugplätze gleichermaßen zu verorten, oder er bat befreundete Streckenflieger, dies für weiter entfernte Wendepunkte zu tun.

Mit der schnellen Verbreitung von GPS-gestützten Endanflugrechnern im Segelflug stieg der Bedarf nach Flugplatz-Koordinaten rasch an. Anfangs installierten die Herstellern zwar kostenpflichtige Datenbanken (z.B. von Jeppesen) in ihre Geräte, aber die waren teuer und oftmals fehlerhaft, da sie doch auf den offiziellen Daten beruhten. Kein Wunder also, dass sich die Idee von Michel schnell herumsprach und er mehr und mehr Koordinaten zur Verfügung gestellt bekam, die per GPS-Empfänger vermessen worden waren.

Seine Initiative sorgte sogar dafür, dass die von den Ortsansässigen ermittelten, genaueren Flugplatzkoordinaten den Luftfahrtbehörden mitgeteilt wurden, damit diese ihre Veröffentlichungen korregieren konnten. Bis 2005 tat sich dahingehend wenig. Erst als auf der ICAO-Karte 2006 die Gramkeker-Heide nicht mehr im Elbe-Lübek-Kanal lag, schloss sich ein großer Kreis.

Die zweite Generation

Am 07.Januar 2008 ist Michel im 71. Lebensjahr an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben. Ein Nachruf erschien in der Zeitschrift "Luftsport", Ausgabe 2/2008 (Nachdruck).

Im darauf folgenden März übergab Antje Meier die Datenbank und das Programm an Michael 'Mike' Köster, damit ihr Projekt weitergeführt werden konnte. Mike konnte Howard Mills als Mitstreiter gewinnen. Wenig später schloss sich Willy Dobé ihnen an. Die drei bilden heute den organisatorischen Kern des WELT2000-Projekts.