Millenium C-Kader Trainingslager in St.Auban

"Krank geflogen"

Nach schneller Anfahrt traf sich die Deutsche Junioren Nationalmannschaft zum ersten Mal im neuen Jahrtausend so wie in den vergangenen Jahren im südfranzösischen St. Auban, um vom 4.3. bis zum 18.3.2000 sich auf die bevorstehende Segelflugsaison vorzubereiten. Bereits bei der Anfahrt wurden neue Rekorde aufgestellt, und die jungen Piloten sind zuversichtlich, dies auch im Segelflug unter Beweis zu stellen.

Die Freude auf das anstehende Trainingslager wurde noch gesteigert, als frühlingshaftes Wetter in Südfrankreich angetroffen wurde. Temperaturen bis zu 25 Grad und immer Sonnenschein beherrschten diesen Aufenthalt. Man konnte ununterbrochen 13 Tage lang fliegen, ohne eine wetterbedingte Zwangspausen einlegen zu müssen.


hinten (v. links n. rechts): Matthias Schunk, Joachim Treier, Hans Martin Tronnier, Steffen Krimmer, Sebastian Huhmann, Jens Ammerlahn, Martin Schreiber, Benjamin Schulz
vorne: Marcel Stiehle, Thomas Krausert, Michael Ziegler, Björn Melzer
(Krankheitsbedingt waren leider nicht alle Teilnehmer beim Fototermin dabei.)
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Nach dem morgendlichem Frühsport und gemeinschaftlichem aufrüsten der Flugzeuge wurde nach dem gemeinsamen Frühstück im Briefing die allgemeine Wettersituation von dem uns betreuenden Fluglehrer des Centre Vol à Voile, Roger, erläutert. Jeder der schon einmal in St.Auban war, weiß wie man den Spruch "Tomorrow it will be better" einzuschätzen hat. Nachdem der Kader in kleine 3-er oder 4-er Gruppen mit je einem Trainer eingeteilt worden war, ging es in die Luft.

Während die einen damit beschäftigt waren erst einmal das neue Fluggebiet zu erkunden, gingen andere daran, bereits erworbene Kenntnisse zu vertiefen. Je nach Wetterlage führte der Weg über Briancon nach Plampinet, aber auch weit nach Nordwesten bis nach Valence, sowie weiter in das berühmt-berüchtigte Modanetal.

Vier Tage Mistral ermöglichten den Weg in 6000 m über den Pic de Bure weiter nach Orcières, Briancon, ins Modanetal und sogar schließlich über Aosta fast bis zum Matterhorn.

Aber nicht nur die Praxis in Form von ausgeprägten Flügen stand im Vordergrund, sondern auch der theoretische Teil. So wurden einzelne Fluggebiete, wie zum Beispiel der Parcour oder das Barcelonnetttal von den jungen C-Kaderpiloten vorbereitet, referiert und diskutiert.

Nicht nur die Nachwuchspiloten sondern auch die Trainer hielten Referate, bspw. über mentales Training, Wettbewerbsvorbereitung ,Taktik u.s.w. ab.

Nach den ersten 6 Flugtagen wurde von den Teilnehmern der ersehnte Ruhetag eingelegt, um sich zu erholen. Viele nutzten diesen Tag, um Südfrankreich auch mal vom Boden zu erkunden. Resumee: Wer schöne Frauen sehen möchte muss nach Aix en Provence fahren!!!

Leider hatten wir auch gesundheitliche Ausfälle zu verzeichnen, die trotz neidischer Kommentare aus der Heimat nichts mit dem guten Wetter zu tun hatten. "EIN UNBEKANNTER VIRUS GING UM", an dem fast der ganze C-Kader erkrankte, lediglich 6 Piloten blieben verschont. Die Krankheit war verbunden mit dünnflüssigen Ausscheidungen aus Mund und .....

Alles in allem war das Trainingslager ein voller Erfolg. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals für die nicht selbstverständliche Bereitstellung von insgesamt fünf (!) Werkssegelflugzeugen, Duo Discus, LS 8, Discus 2, ASW 27 sowie einer ASH 26 ("Wankel me up") bei den Herstellern Schempp-Hirth, Rolladen Schneider und der Firma Schleicher recht herzlich bedanken. Weiterhin möchten wir uns auch bei der Firma Spindelberger (Cobra-Anhänger) für die Kopfbedeckungen bedanken. Dank auch dem Bundestrainer Rainer Wienzek, der ausreichend für ELTīs , Sauerstoff und Notfallkits gesorgt hat.


Tilo Holighaus im Schempp-Hirth Werksflugzeug Discus-2 in der Nähe von St. Auban
(Foto: Gunther Stahl)
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Aber vor allen Dingen möchten wir uns bei unseren Trainer und Organisatoren Hans Martin Tronnier, Gerd-Peter Lauer, Michael Buchthal, Carsten Freyer, Reinhard Schramme, Matthias Schunk, Mario Kießling, Michael Grund und Tilo Holighaus bedanken. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass man seinen Urlaub für solch ein Trainingslager opfert.

Alles in allem waren es zwei sehr schöne und lehrreiche Wochen, die uns sehr stark in der Vorbereitung für die kommenden Wettbewerbe unterstützten. Wir hoffen natürlich, das Rainer Wienzek oder Wolli uns als Teamkapitän bei der Vor-WM und der WM der Junioren in Issoudoun zur Verfügung stehen.

Viele der Teilnehmer treffen sich auf der nächsten Deutschen Meisterschaft, die im Mai in Zwickau stattfinden wird: See you soon im Vogtland!!!

Diesen Artikel haben Joachim Treier und Marcel Stiehle für den Aerokurier geschrieben.