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Luftsportverein Gundelfingen e.V.

Vereinschronik

Flugplatz Gundelfingen "Am vorderen Berg"

Neben dem Kauf eines weiteren modernen Segelflugzeuges, einer SB-5, stellt das Jahr 1964 mit der Anlage eines Flugplatzes in Gundelfingen eine der wichtigsten Marken in unserer Vereinsgeschichte. Nachdem der Verein im Jahre 1962/63 von der Stadt Gundelfingen die Möglichkeit erhalten hatte, an der Medlinger Straße eine Werkstatt einzurichten, wurde man auf ein als Schafweide genutztes Gelände unweit der neuen Werkstatt aufmerksam. Allerdings mussten, damit eine Startbahn und Landefläche von 1000 m entstehen konnte, viele Kubikmeter Erde bewegt, vorhandener Bewuchs beseitigt werden und vor allem mit den zahlreichen Flugplatzanrainern für beide Seiten erträgliche Lösungen gefunden werden. In das Gelände ragten zum Teil recht verschachtelt die Felder verschiedener Landwirte aus der Medlinger Flur, die ihre Grundstücke an uns schließlich langfristig verpachteten und damit erst den Baubeginn ermöglichten. Schon die ersten Testflüge bewiesen die hervorragende Flugplatzeignung des Geländes; das gilt auch noch für heute: Wir haben sowohl vom Bewuchs, vom Gelände als auch von der Bebauung her absolute Hindernisfreiheit. Während eines Fliegerlagers in Neresheim im Jahre 1971 wurde die dringend benötigte K 6 gekauft. 1972 folgte der Kauf eines Motorseglers vom Typ "C-Falke". Die Zeit ab 1969 ist von einer immerwährenden Baulust gekennzeichnet. War man Mitte der 60er Jahre nur mal froh, überhaupt eine feste Bleibe gefunden zu haben, dachten die Vereinsmit- glieder schon bald darüber nach, sich das abendliche Flugzeugabbauen und den anschließenden Transport zur Werk- stätte zu ersparen. Eine Halle musste her. In vielen Arbeitsstunden wurde auch dieses Ziel realisiert.
Bild 1 Uhl Karl jun. zieht zwischen den Stützpfeilern der Halle eine Mauer hoch.
Weitere Bauten wurden in Angriff genommen, wie das Vereinsheim von 1974-77, Hallenanbauten 1082/83, die neue Werk statt 1984, die Tankstelle 1989. Im Jahre 1983 wurde unser Stromaggregat überflüssig: Wir wurden an das Stromnetz ange schlossen. Den nötigen Zusammenhalt erzielte aber auch der damalige Vorstand Alwin Stricker, der mit seiner ausgleichenden, ruhigen Art so manchen Hitzkopf zur Räson brachte. Der Samstagflugbetrieb wurde auch dadurch möglich, dass Otto Wagner 1970 die Fluglehrertätigkeit aufnahm und durch seinen Einsatz den Flugschülern mehr Möglichkeiten zum aktiven Fliegen bot. Für den Verein war die erfreuliche Konsequenz, dass die Mitgliederzahl deutlich wuchs. Mitte der 70er Jahre wurde daher der Wunsch nach einem weiteren Flugzeug laut, der Zeit entsprechend sollte es ein Segler in Kunststoffbauweise sein. So wurde 1976 mit der "Astir" die heute übliche Kunststoffbauweise bei uns eingeführt. Als der 1975 in "Luftsportverein Gundelfingen e.V." umbenannte Verein 1977 unter Alwin Stricker sein 50. Jubiläum feierte, war der Flugzeugpark auf sechs Flugzeuge angewachsen: Bergfalke II, K8, K6, SB-5, Astir CS, Motorsegler C Falke. Ein Jahr später wurde ein weiterer Motorsegler erworben, ein Avo 68 "Samburo". Nachdem Alwin Stricker nahezu 30 Jahre im Verein, zuletzt als Werkstattleiter und als 1. Vorstand, verantwortlich mitgearbeitet hatte, übergab er im Jahr 1981 als 1. Vorstand Otto Wagner, der als Fluglehrer und rühriger Schrift- führer mit dem Vereinsleben bestens vertraut war. Im Jahre 1984 bekamen die Fluglehrer Otto Wagner und Alois Riggenmann Verstärkung durch Dr. Helmut Kettler, der nicht nur als Fluglehrer, sondern auch in seiner Tätigkeit als Fliegerarzt heute noch so manchen Piloten durch- checkt. Anläßlich eines Flugplatzfestes konnten 1987 zum ersten Mal gleich zwei neue Segler getauft werden: Eine Jeans Astir und eine ASW 20 mit der Gleitzahl 1:42 und damit "das beste Pferd im Stall". Gleitzahl 1:42 heißt, das Flugzeug kann aus einer Höhe von 1000 m bei null Gegenwind 42 km weit gleiten. Ein Höhepunkt unseres Vereines war der 27. August 1988. An diesem strahlend schönen Tag fand mit über 10000 Zuschauern bei uns ein Flugtag statt.