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Luftsportverein Gundelfingen e.V.

Vereinschronik

Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg

Abendstimmung am Hohlen Stein in Untermedlingen, unweit unseres heutigen Platzes: Das Flugzeug ist fertig verpackt zur Heimfahrt auf dem Anhänger. Bild 1
In den ersten Jahren nach Kriegsende 1945 dachte niemand mehr ans Fliegen. Doch schon Ende der vierziger Jahre regten sich die "alten Rhöngeister" und es gab recht seltsame Aufrufe für Zusammenkünfte alter "Wanderfreunde", bei denen überhaupt nicht an das Wandern, sondern nur an das Fliegen gedacht wurde. Am 19. Juni 1951 wurde der Segelflug in Deutschland wieder zugelassen. Wie aus verschiedenen Protokollen hervorgeht, trafen sich die "alten" Segelfliegerkameraden im Landkreis Dillingen schon einige Monate vorher, erwähnt sind auch mehrere Vostände, aber ganz offiziell mit Meldung am Amtsgericht Dillingen wurde der Luftsportverein Dillingen am 12. Juni 1952 mit Helmut Kötz als Vorstand wieder weitergeführt. Über ein Flugzeug verfügte der Verein, dessen 16 Mitglieder hauptsächlich aus ehemaligen Piloten der Kriegszeit bestanden, noch nicht. Deshalb wurde in Lauingen in einem Stadel bei der Gaststätte "Pflug" mit dem Bau eines Schulgleiters begonnen. Am 11. Juni 1953 fand am Emmausheim im Donauried südlich von Dillingen der Erstflug durch Josef Wiedenmann (Lauingen) statt. Josef Wiedemann erzählt, dass die Freude an diesem Tag mit der SG 38, genannt "Heuschreck", nur von kurzer Dauer war: Beim Bau waren zwei wichtige Schrauben an der Flügelhalterung vergessen worden und als Heinz Putz bei seinem dritten Flug etwas schräg aufsetzte, scherte die linke Fläche einfach weg. Nach rund 1000 Starts hatte der Schulgleiter im November 1954 ausgedient. Schon vorher hatte der Verein mit dem Bau einer Mü E begonnen. Fand der Schulbetrieb unter den Fluglehrern Bucher und Wiedemann mit dem Schulgleiter immer noch als Allein- schulung statt, wurde mit der Inbetriebnahme der Mü 13 unter den Fluglehrern Georg Dietrich und Giehl auf die auch heute noch übliche Doppelsitzerschulung umgestellt. Im Jahre 1958 wurde für die fortgeschritteneren Piloten ein Einsitzer, ein "Grunau Baby II", angeschafft. Von 1958 an fanden die Flieger jetzt ein Fluggelände bei Lauingen, das die Straße von Lauingen nach Weisingen durchquerte. Das bedeutete, dass bei jedem Start die Straße gesperrt werden musste; beim inzwischen seit 1961 mit dem Kauf der K 8 auf drei Flugzeuge angewachsenen Flugzeugpark ein umständliches Unterfangen.
Bild 2 Dieses Foto entstand bei der Flugzeugtaufe der K 8. Die Frau des früheren Landrates Dr. Schweiger startet mit Karl Uhl in der Mü 13 zu einem Rundflug. Rechts mit Hut der damalige Vor stand Franz Bucher.
Fluglehrer Karl Uhl und der Vorstand Franz Bucher prägten nun den Verein über zwei Jahrzehnte lang. Der im Jahre 2000 verstorbene Karl Uhl stand unserem Verein bis in die 80er Jahre als Fluglehrer zur Verfügung. Franz Bucher hatte 1932 das Fliegen gelernt und engagierte sich über 40 Jahre hinweg aktiv für die Fleigerei als Fluglehrer und Vorstand, war aber auch im weit vorgerückten Alter immer als Flugleiter in Gundelfingen anzutreffen.
Feierliche Flugzeugtaufe auf dem Lauinger Marktplatz durch den damaligen Bürgermeister Endres. Bild 3