Außenlandung im Westerwald am 19.04.2009


Während an den zwei Tagen zuvor noch bei Regenwetter nicht an Überlandflüge zu denken war ergab sich für den Sonntag eine recht gute Wetterlage.


Auszug aus der Segelflugwetterprognose:

Bereich Mitte (GAFOR-Gebiete 24 bis 28 sowie 37 bis 64)

Am Samstag kann sich auf Grund von abdeckender Bewölkung und Niederschlag überwiegend keine nutzbare Thermik entwickeln. Lediglich im äussersten Norden ist am Nachmittag geringe Thermik möglich.

Am Sonntag kann sich überwiegend mässige Cumulusthermik entwickeln. Im Osten ist mit nur geringer und teils zerrissener Blauthermik zu rechnen.


So deklarierte ich das FAI-Dreieck Wipperfürth-Diemelsee-Limburg(Lahn) mit Start auf dem Schenkel in Plettenberg.



Da der Thermikbeginn erst recht spät war, startete ich mit der Ka6 E D-0098 erst kurz vor Beginn unserer Mittagspause um 1258 lcl.

Nach dem Ausklinken in 350 m GND begann der Flug mit einem guten ersten Bart und mittlerem Steigen von 2 m/s. Die Basis lag bei ca. 900m GND.

Bei schwachem Wind flog ich ab und näherte mich nach ca. einer Stunde dem ersten Wendepunkt Diemelsee.


Leider sank die Basis im größeren Umkreis um den Wendepunkt um ca. 300 m ab und auch das Steigen betrug nur noch 1m/s.

Von hier bis Winterberg (40 km) brauchte ich daher leider ca. 1 Stunde und erst jetzt stieg die Basis wieder an auf sehr angenehme 1800 m MSL.

Für die restlichen 80 km benötigte ich dann nur noch 1:20h


Ca.10km Südöstlich Ailertchen sah ich mich dann einem schätzungsweise 30 km breiten wolkenlosen Gebiet gegenüber in dessen Mitte der Wegpunkt Limburg lag. Da der letzte Bart

mit guten 1,5 m/s bis 1800 m MSL zog, glitt ich bis zur Wende in dieses blaue Loch hinein in dem sich auch tatsächlich nur wenig regte. Vorbei am Flugplatz Elz ging es zurück zu den Wolken, wo ich dann auch in ca. 500 m GND wieder ankam. Etwa 100 m über mir kreisten bereits zwei andere Segler, doch es gelang mir nicht mehr Steigen zu finden.

Als ich in 120m GND bereit zur Aussenlandung war, fand ich über einem bewaldeten Hügel noch einmal geringes aber ausreichendes Steigen und konnte mich 50 m hocharbeiten. Hier war dann aber auch schon wieder Ende.



Mit nun ein klein wenig mehr Höhe suchte ich noch auf der anderen Seite des Hügels über Äckern nach Thermik. Da es Außenlandewiesen im Überfluss gab musste ich erst in 130 m GND die Landung auf einer Wiese direkt neben der Landstraße zwischen Salz und Dorndorf am Ortseingang von Salz einleiten.




Die Landung erfolgte also um 1713lcl in der Nähe von Westerburg.

Mit den hervorragenden Flugeigenschaften der Ka6 ausgestattet, setzte ich auf einem besonders geraden Stück der leicht ansteigenden Wiese direkt hinter einer Fahrspur auf und stand dank der Radbremse bereits nach guten 20m.






Bereits als ich ausstieg kam ein Einwohner des Dörfchens angefahren, dessen Mutter ihn, offenbar beunruhigt durch meinen Slip, losgeschickt hatte nachzusehen.

Ich ließ mir beschreiben, wo ich gelandet war und verständigte zunächst meine Rückholer, welche sich, nachdem einer von ihnen von seinem 5h-Flug gelandet war, bald auf den Weg machten.

Nun hatte ich Zeit, meinem interessierten Zuschauer genau zu erklären weshalb ich vor seiner Haustür niedergegangen war – so genau, dass ich kurz darauf von ihm eingeladen wurde die Wartezeit bei ihm zuhause zu verbringen. Im Auto fanden sich Utensilien um das Flugzeug am Boden zu sichern und nachdem ich die wertvollen Gegenstände aus der Ka6 genommen hatte machten wir uns auf den Weg.

Die nächsten zwei Stunden verbrachte ich dann mit ihm und seiner Frau bei netter Unterhaltung und üppigem Abendessen auf ihrer schönen Terrasse mit Aussicht auf meine Aussenlandewiese.



Die Rückholer fanden dank genauer Koordinaten aus dem Logger und zusätzlicher Wegbeschreibung ohne Probleme den Weg.

Mit drei Rückholern und meinen Gastgebern machte ich mich daran die Ka6 abzurüsten, was bei dieser starken Mannschaft naturgemäß flott von der Hand ging.

Auf dem Rückweg füllte ich Mithilfe einer amerikanischen Schnellimbisskette noch die Mägen meiner Rückholer und um 2230lcl erreichten wir den Heimatplatz Plettenberg.


Obwohl der Flug wegen der teilweise niedrigen Basis recht anstrengend war, nahm der Tag mit neuen Bekanntschaften und einer problemlosen ersten Außenlandung ein schönes Ende.


Vielen Dank dafür vor allem meinen netten Gastgebern, die sogar unseren heimischen Flugpionier Ernst E. Fastenrath wegen dessen Zweigwerk in Westerburg kannten.