Am Dienstag den 27.04.2004 machte ich mich schon morgens mit dem Fahrrad auf den Weg Richtung Flugplatz Stadtlohn-Vreden. Das Wetter, laut DWD Wetterbericht sagte schwache Thermik, teilweise zerrissen mit einzelnen Überentwicklungen vorraus. Ein Blick aus dem Fenster versprach jedoch gutes Wetter. Es war blau und schien stabil zu bleiben.

Doch am Flugplatz angekommen schienen mir Zweifel am Wetter, denn der Wind war nicht ohne. So stiefelte ich auf den Turm und lud mir noch mal alle Daten aus pcmet herunter. Wind aus Norden mit ca 30km/h. Nun gut. Ein paar Minuten warten, dann mal schaun wie sich das Wetter entwickelt. Jedenfalls sagt Toptherm 400km Strecke fürs Münsterland vorraus. Mal nichts überbewerten und schon mal die Ls3 ausm Anhänger ziehen.

Schließlich brauch ich ja noch einen Schlepppiloten. Also schon mal Willi anrufen und mal antesten, ob er zeit hat. Damit er nicht viel Arbeit mit der Morane hat wollte ich schon mal alles vorbereiten. Willi hatte Zeit und so machte ich mich auf den Weg zur Halle. Dummerweise stand die Wägung an unserer Morane an. Drei eifrige Mechaniker tummelten sich um das Schleppflugzeug und meinten, es könne noch ein paar Minuten dauern. Naja, dachte ich mir, dann mach ich mir keinen Stress. Dummerweise haben die mir nicht verraten, dass die Mittagspause auch ne halbe Stunde dauert.

Irgendwann lief mir Siggi über den Weg, mit dem ich schnell die Ls3 zusammen steckte. Nachdem die Morane gewogen wurde und die Stempel im Bordbuch waren rief ich Willi an und brachte die Ls3 zum Start. Kurze Zeit später hing ich hinter der Morane und klinkte in 500m aus.

Schnell merkte ich, dass der Wind nicht ohne war. 30km/h aus nördlicher Richtung. Die Bärte mussten eng und schnell genommen werden. Aber wenn der Bart saß dann gingen die auch mit 1,5-2m. Erst mal gegen den Wind vorfliegen, es war schließlich schon nach 14 uhr. Von Stadtlohn habe ich dann Rheine angepeilt und wollte nördlich der CTR Münster Osnabrück entlang schrubben und wieder mit dem Wind zurück.

Ich nahm nördlich der Kontrollzone D (nicht CTR) Kontakt mit Langen Radar auf und erkundigte mich nach einer Freigabe für den oberen Luftraum D in Münster. Ich erhielt eine Freigabe zum Einflug. Kurz darauf meldete sich mein Logger. Low Batterie, na toll, kein Saft mehr. Ich wollte kein Risiko eingehen und versuchte mich abzumelden. Ich war schon tiefer gekommen und wollte Münster Turm anfunken zum Einflug in D, CTR. Leider hat mich die nette Dame in Langen nicht mehr hören können. Erst nach dem dritten Versuch nahm ich Sie auf und meldete mich ab. Die Freigabe war die Erlösung. Ich stellte das Funkgerät ab und machte mich auf den Rückweg. Mir war klar dass ich es gar nicht erst mit Münster Turm versuchen sollte, hätte eh nicht geklappt. Naja, durch den ganzen Stress den ich mit dem Funken hatte, und durch die Versetzung mit dem Wind verlor ich an Höhe. Der Teuto kam auf einmal sehr nahe. Ich machte mich auf den Weg dirket Richtung Stadtlohn. Dch plötzlich viel das Cenfis aus, und damit auch mein akustisches Vario.

Mittlerweile hab ich mich vorm Absaufen gerettet und stieg wieder mit nem Meterchen. Und mit einem leisen Pips verabschiedete sich nun auch mein Logger. Na super! Egal, hauptsache erst mal hoch kommen und dann wenn möglich nach Hause kommen. Stress abbauen!

Ich flog Richtung 270° ab und musste mich kurz danach schon wieder in 250m wiederfinden. Landefelder habe ich bereits während des stressigen Kontaktes mit Langen Radar gesucht. Jetzt habe ich die Nase wirklich voll und entscheide mich für ein geeignetes Landefeld. Vor mir liegt eine Stadt, super Lage am Rande der Stadt. Scheint Rheine zu sein Das studieren der Karte habe ich schon lange aufgegeben und fliege nur noch nach Sicherheit. Aber rechts von mir sehe ich auf einmal den Flugplatz Rheine Eschendorf, ich befinde mich genau im Gegenanflug zur 11. Meine Konzentration ließ mich glatt den Platz übersehen. Schnell den Funk an gemacht und die Frequenz gerastet. Der Funkspruch fiel sehr knapp aus. Fahrwerk raus und Landecheck. Ich stand unter Strom und musste mich konzentrieren. "Rheine Eschendorf, delta 7879 kann sie nicht aufnehmen, Batterieen sind leer, rechter Queranflug Piste 11 grass".

Wolfgang (so erfuhr ich später) hatte gar keine Möglichkeit mehr mir Infos zu geben, alles ging so schnell, dass er mir die Landerichtung und weitere infos gab, als ich quasi schon gelandet war. Ich stieg aus und wollte mich für den plötzlichen "Überfall" entschuldigen und hatte ein schlechtes Gewissen, dass ich einfach so in die CTR Rheine Hopsten hineingeflogen bin. Wolfgang kam auf mich zu, in der einen Hand die Quetsche und im Gesicht ein freundliches Lachen. Da wusste ich, ich war in guten Händen.

Wir gingen zusammen ins Flugplatzrestaurant wo ich erst mal tief durchatmete, denn alles ging so schnell. Netterweise bekam ich gleich zwei Apfelschorlen ausgegeben.

Jetzt begann der nette Teil des Tages. Ich befand mich in einer gemütlichen Umgebung mit sehr netten Menschen, die sich richtig um mich kümmerten. Ich bekam einen Flugplatzrundgang mit allem drum und dran. Da ich absolut kein Geld bei mir hatte (ich weiss, ein großer faux-pas) bekam ich auf den stress gleich zwei apfelschorlen ausgegeben.

Später holte mich dann meine Schwester aus Stadtlohn ab.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Wolfgang und die netten Mädelz aus dem Flugplatzrestaurant für die nette und freundliche Gesellschaft bedanken! Die Zeit ging wie im Fluge vorbei!

Alles in allem war es ein schöner Tag, an dem ich nette Leute kennengelernt habe! Meine schönste Aussenlandung bisher!