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Tobias Brenner



Samstag, 17.08.02: Ein Himmel wie gemalt, überall schönste Cumulanten und die Worte eines Fluglehrers .der beste Tag des Jahres. im Kopf saß ich auf dem Flugplatz und schob Bodendienst, nachdem ich an den beiden Tagen davor schon zwei sehr schöne Streckenflüge hatte. Dies trug allerdings auch nicht wesentlich dazu bei, meine Laune zu verbessern. Morgen, morgen fliege ich wieder. Der Blick auf den abendlichen Wetterbericht überzeugt mich endgültig: Morgen gehe ich wieder auf Strecke. Sonntag, 18.08.02: Der Wetterbericht scheint nun schon deutlich verhaltener, die gestern angekündigten Hammerbedingungen werden etwas relativiert. Trotzdem sieht's noch gut aus, vielleicht fliegen wir was kleineres. Aber erstmal raus auf den Flugplatz, wo ich um halb zehn schon einige der Piloten wiedertreffe, die auch die letzten Tage der Schönwetterperiode geflogen sind. Die meisten haben allerdings schon ein Privatflugzeug, ich gehe mit bangem Gefühl zum Fluglehrer, um um ein Flugzeug zu bitten. Zum Glück hat er nichts dagegen und so schmeisse ich am Start schnell Logger, Karte, Bordbuch und sämtlichen weniger wichtigen Kram in die .26., eine LS4a. In den Gesprächen mit den anderen Streckenfliegern wird schnell klar, der Osten ist heute am vielversprechensten. Im Westen sieht man bereits erste Überentwicklungen und so wird als erster Wegpunkt Giessen geplant, danach sehen wir weiter. Mit dem Gefühl, einen richtig schönen Streckenflug vor mir zu haben(Stichwort: .Ich habe das Gefühl wir werden Weltmeister....), gehe ich wieder Richtung Start, wo sich die Ask-21 ganz vorne in der Reihe zum Start vorbereitet, um den Streckenfliegern Platz zu machen. Halb zwölf schon, so langsam macht sich Unruhe breit, und die 21 hat zwar die Fläche oben, aber sonst passiert nichts. Etwas verärgert bewege ich mich zum Startleiter und schon auf dem Weg dahin sehe ich wie die Ruftaste des Telefons vom Startschreiber aufs Übelste massakriert wird, aber auf der Winde meldet sich niemand. Verwirrte Frage in die Runde: Wer ist eigentlich Windenfahrer? Müsste doch der...ja, der war aber offensichtlich nicht (mehr) auf der Winde. Als dann klar ist, da ist echt keiner, wieder die Frage in die Runde: wer fährt Winde? Verstohlener Blick nach links: kein Windenfahrer. Genauso verstohlen, aber schon panischer, nach rechts: auch kein Windenfahrer. So langsam dämmert es mir: ich bin der einzige. So sieht das leider auch der Startleiter. Also schlucke ich meinen Ärger runter(danach war ich ziemlich satt) und mache mich auf zur Winde. Dort kriege ich fast einen Schreikrampf als ich merke dass irgendjemand einen gräßlichen Schlagersender(Tschuldigung, is aber so) im überlebenswichtigen Windenradio eingestellt hat. Das ist nämlich kaputt(Senderwählen ist fast nicht möglich) und erst nach einer schweißtreibenden Fummelei mit einem Schlüssel schaffe ich es, den kaputten Senderauswahlknopf zu ersetzen. Entspannen, zurücklehnen, genießen. Naja, ok, soweit das eben auf einer Winde geht.



Missmutig sehe ich wie .CP. mit Ls3, .HG. mit Ls6 und die anderen von den Nachbarwinden hochgeschossen werden, nur bei uns passiert nichts. Irgendwann frage ich mich doch ernsthaft, warum ich eigentlich auf dieser Winde verbrutzel, der Anruf beim Start bringt nur die Erkenntnis, dass einige Schnarchnasen erst dann auf die Idee kommen, sich fertigzumachen wenn ihr Flieger am Start steht. So langsam werde ich richtig sauer. Fünf Minuten später der erste Start , kurz darauf der zweite, Körpertemperatur nur noch 50 Grad, es wird besser. Als dann mit dem Leppo sogar eine Ablösung kommt und ich doch noch fliegen kann steigt meine Stimmung sprungartig. Die .26. ist natürlich schon fertig und so komme ich wenigstens recht schnell weg. Immerhin ist es schon eins, wird auch Zeit. Belohnt für den Stress werde ich mit einem schönen anderthalb Meter-Bart, der mich schnell an den Luftraumdeckel über Hangelar in 900 Metern bringt. Und es geht gut weiter, bis hinter Bad Honnef brauche ich keinen Kreis, steige sogar noch auf 1100 Meter und das mit einer irren Schnittgeschwindigkeit. Dort habe ich .CP. eingeholt, .HG. meldet sich 10 Km weiter südöstlich, sieht gut aus. Also heize ich mutig weiter, nach drei Wolken ist die Wolkenstrasse zu Ende und ich entscheide mich dazu, die nächste Richtung Giessen zu nehmen. Schlechte Idee, denn die Wolkenstrasse sieht zwar richtig schön aus, aber unter der dritten Wolke fällt mir unangenehm auf, dass da was fehlt. Genau, Steigen. In fünhundert Metern über Grund gestehe ich mir dann widerstrebend ein: ganz schön verbastelt. Dierdorf-Wienau erreiche ich in 300 Metern über Grund, zum Glück geht's jedoch mühsam, sehr mühsam wieder hoch auf 700. Entnervt fliege ich ab, Kurs auf die nächste Wolkenstrasse weiter nördlich. Nichts, absolut nichts. Damit ist hinreichend beschrieben was ich finde bis ich wieder in 300 Metern über Grund war. Dort, schon in Reichweite eines Ackers, stehen 0.2 integriert. Nach unten, aber auch das war jetzt erstmal besser als alles was ich in der letzen Viertelstunde gefunden habe. Langsam, aber unaufhaltsam geht's jetzt abwärts. Ich habe keinen Spiegel dabei, aber die Grimassen die ich schneide bringen mich vermutlich bei jeder Polizeikontrolle als mutmaßlichen Terroristen hinter Gitter. Zehn Minuten später bin ich auf 200, hilft nix, die Hoffnung ist jetzt auch tot. Fahrwerk raus, in den Gegenanflug und landen. Nicht mal ein Positionsbart lupft nochmal, alles Mist, sag ich mir. Wenigstens das Landen klappt gut. Der erste Eindruck: Pampa. Der zweite: Pampa. Der bleibende: siehe oben. Während ich mir etwas verzweifelt überlege wie ich hier wieder wegkomme, nähert sich ein Spaziergänger mit Hund, der sich zu meiner Erleichterung gut auskennt. Dachte ich anfangs. Minuten später ist der Zettel randvoll gekritzelt, genervt streiche ich immer wieder was durch. Dies liegt jedoch, fairerweise muss ich das sagen, nicht am Spaziergänger, sondern an seinem Hund. Während ich zuhöre, das Gehörte in ein sinnvolles Format bringe und auch noch schreibe, beobachte ich misstrauisch den Köter. Langsam schleicht er um die Ls4. Tu es nicht. TU ES NICHT. Wenn du doch...AN DIE 26 PINKELST...ich mache Chappi aus dir. In Gedanken verfluche ich sämtliche Hundezüchter. Ich schreibe noch schneller, ich will den netten aber halt doch gefährlichen Spaziergänger loswerden. Endlich ist er fertig. Ich verzichte auf ein Durchgehen der Wegbeschreibung und gehe möglichst weit von dem Flieger weg. Der Spaziergänger kommt mit, der Hund . auch. Puh, geschafft. Uff, eine Minute später lasse ich mich ins Stroh plumpsen. Nach einer Entspannungsphase, hatte ich verdient, rufe ich die Rückholer an. Pampalanden ist teuer, die Wegbeschreibung dauert bestimmt mehrere Minuten. Schnell nach Ende des wirklich Wichtigen würge ich zugegebenermmaßen etwas unfreundlich ab, bis gleich Jungs, allzu weit war ich ja nicht gekommen. Aber das .bis gleich. streiche ich in Gedanken nach dem nächsten Anruf, die Asw-15 ist auch aussengelandet. Na toll, das wird lang. Was ist das beste an einer Ls4? In so einem Moment ist das klar: man liegt einfach saubequem. Haubenbezug drüber, reinklettern, Haube zu...ahhhh, dann sieht man auch die immer noch schönen Cu's nicht. Lang habe ich noch nicht geschlafen, als es leise anfängt. Und lauter wird. Richtig laut. Erschreckt stoße ich die Haube auf und sehe gerade noch wie ein monströser Traktor haarscharf an der Fläche vorbeifährt. Während ich noch völlig erstarrt dem Traktor nachsehe, dreht der und kommt wieder. Er kann fahren, kann er, kann er. Bitte! Ich hatte wohl recht, diesmal ist es noch knapper, aber es passt, und ich bedanke mich innerlich nicht sehr artig für den Strohstaub der auf den eben noch wunderschön weißen Flieger niedergeht. Lange Zeit dafür hab ich nicht, der Traktor hält und heraus springt ein wirklich nicht sehr freundlicher Bauer. Ich habe gerade noch genug Zeit, aus meiner Knäckebrot-Ls4 auszusteigen. Ich versuche kramphaft ein Lächeln aufzusetzen und ganz, ganz freundlich zu bleiben. Hat wahrscheinlich nicht geklappt, er blökt los und deshalb bitte ich ihn umso höflicher, er möge mir doch bitte helfen, das Flugzeug von seinem Acker zu schieben. Er flucht trotzdem, jetzt müsse er auch noch dieses .Ding. durch die Gegend schleifen. Halt! Ich hatte doch gar nichts von schleifen gesagt! Angsterfüllt sehe ich aus den Augenwinkeln wie er wirklich nicht sehr vorsichtig mit der Fläche rumwedelte, bin aber gerade noch clever genug ihn nicht zu provozieren, er könnte vielleicht auf die Idee kommen, die zierliche, zarte, filigrane Ls4 mit seinem Monstertraktor zur Seite zu schieben. Wirklich dankbar bin ich als der Flieger unbeschadet auf der nächsten Wiese steht. Kann es noch schlimmer werden? Eigentlich nicht, und der alte Herr der Minuten später auf mich zukommt sieht auch harmlos aus. Durchatmen. Zur Abwechslung mal eine nette Unterhaltung, meine Stimmung wird auch besser als er erzählt dass hier schon viele lagen und ich über Funk noch jemanden über die Gegend fluchen höre. Nachdem auch diese Ablenkung wieder gegangen ist wird es richtig langweilig, mittlerweile steh ich schon gute drei Stunden auf dem Acker und von den Rückholern ist noch nichts zu sehen. Eine halbe Stunde später dann der erlösende Anruf, zumindest solange ich Rückholer auf dem Handy stehen sehe ist er erlösend. Denn was ich höre ist nicht so toll. Wir sind jetzt auf der Lichtung in der Wegbeschreibung, aber . da ist kein Flugzeug. Ich sehe mich um: Stimmt, auf meiner Lichtung sind dafür keine Rückholer. Mist. Nach ratlosem Hin- und Her was falschgelaufen sein könnte wird das Problem klar. Die Autobahnabfahrt aus der Wegbeschreibung ist gesperrt, das Dorf haben sie deshalb nur mit sehr viel Glück gefunden weil sie irgendwann vor dem Ortschild standen und in das beschriebene Industriegebiet kamen sie dann aus der falschen Richtung. Ok, kein Problem, ich mache mich auf den kurzen Weg ins Industriegebiet. Zumindest hatte es kurz ausgesehen, als ich vor der Landung darüber geflogen bin. Nach ungefähr fünfhundert Metern höre ich auf zu Rennen, nach weiteren tausend fluche ich, immer in Angst um den Flieger, der von irgendwelchen Barbaren in diesem Niemandsland(ich weiß wirklich nicht, was da ein Industriegebiet soll) zerstört werden könnte. Also doch wieder rennen, aber diesmal war nach 200 Metern Schluss, was solls, ich bin am Ende. Zum Glück erreiche ich dann doch irgendwann das Industriegebiet und treffe relativ schnell auf die Rückholer. Relativ, weil sie vorher noch auf einem Waldweg auf der Lichtung wenden mussten, dafür den Hänger abhängen mussten, es kam wirklich alles zusammen. Die Rückholer sind dementsprechend auch schon nicht mehr wirklich gut gelaunt. Aber jetzt gehts ja schnell, die Flächen sind schnell im Hänger und ich will das Höhenleitwerk abschrauben. Die sehr beliebte Ls-Schraube hatte irgendwer nur so fest angeknallt, das die normalerweise ausreichende Sollbruchstelle verbiegt. Grr, dann halt mit Geldstück, und es kommt wie es kommen muss. Plopp. Das Geldstück war weg. Banger Blick nach unten, puh, ist wieder rausgekommen. Neuer Versuch, diesmal bewegt sich die Schraube, sieht gut aus. Plopp. Diesmal ist die Schraube runtergefallen. Nächste Schrecksekunde, kommt auch wieder raus. Alles ok. Moooment. Stop. Die Schraube...DARF DOCH EIGENTLICH GAR NICHT? Ich bin ratlos. Die Schraube ist ab, aber das Höhenleitwerk ist fest wie eh und je. Hatten wir in die falsche Richtung gedreht? Kann doch nicht sein. Oder doch? Schraube wieder drauf, andere Richtung probieren...geht nicht. Was jetzt? Langsam kommen wir drauf, das wohl wieder mal der Sprengring beim Aufbauen vergessen wurde. Während der minutenlangen Fitschelei stelle ich mir schon vor, wie ein Hänger aussehen würde der offen fährt und wo der Rumpf mit Höhenleitwerk drin ist. Irgendwie geht das Höhenleitwerk aber doch noch ab, und nach fünf Stunden auf einem total langweiligen Acker konnte ich endlich von dort verschwinden, womit ich auch nicht lange wartete.



Wieder am Flugplatz folgte noch das obligatorische Rückholerbier, das ebenfalls obligatorische Feixen und Grinsen der übrigen, obengebliebenen Piloten, das mitfühlende Verständnis von Ralf, der mit der 15 unten lag, und am nächsten Tag das Putzen des Fliegers. Mit dem ganzen Strohstaubzeugs hätte man ein Karnickel ein ganzes Jahr ernähren können, und ich hab auch fast so lange gebraucht bis es unten war. Naja, fast. Alles in allem trotzdem wieder sehr lustig und spassig, auf jeden Fall eine gute Erfahrung, nette Leute getroffen, neue Gegend kennengelernt und und und; irgendwie muss man ja drüber wegkommen.


Zeugen:
  • Willi Baum
  • Jürgen Hoppe
  • Matthias Siemens




Letzte Änderung am 23.8.2002 von B.W. Hennig