Besuch der Royal Air Force auf unserem Aussenlandeacker



Bei den Bezirksmeisterschaften 1990 in Stadtlohn, auf unserem aller, aller erster Wettbewerb ( Willi war 18 und ich 19), haben wir zwar nicht den 1.Platz erreicht, dafür hatten wir aber die besten Außenlandeerlebnisse !!

Eine Geschichte ist besonders erwähnenswert:

Am 2. Wertungstag, ausgeschrieben war ein Dreieck Stadtlohn - Dorsten - AB Kreuz Münster Süd - Stadtlohn, waren wir gerade an der ersten Wende, als mir auffiel, das ich leider den Barographen nicht eingeschaltet hatte. Ich ( Holger) war dafür zuständig und nachdem ich kleinlaut Willi von dem Malheur erzählt hatte, kam von vorne nur noch ein mittelschwerer Wutausbruch und dann war die Konzentration natürlich vorbei.
Und dann kamen die Probleme:
1. Nicht nur die Konzentration wurde schlechter, sondern auch die Thermik.
2. Royal Air Force: Wir flogen auf Borkenberge zu. Natürlich haben wir damals genau den Abstand zur ED-R 110 und 115 eingehalten, es war nur so, dass zu dem Zeitpunkt unseres Wettbewerbes in Borkenberge Harrier (!!) der RAF stationiert waren und dort ständig Jet-Flugbetrieb herrschte.
Wir waren uns ziemlich sicher, das wir die beiden Schießgebiete nicht berührt hatten und flogen weiter, d.h. wir flogen eigentlich nur die Höhe ab, denn mit Thermik war nicht mehr viel.
Ein paar km weiter, wir befanden uns über Senden in ca. 300 m Höhe, haben wir in der absterbenden Thermik noch einmal versucht, Anschluss zu gewinnen, aber leider endete dieser Versuch nach 5 min in einem wirklich riesig großem Acker.
Tja, da standen wir nun.


Auf diesem Foto sieht man, wie sich der Hubi gerade wieder im wahrsten Sinne des Wortes " vom Acker macht "

Gleiches Prozedere wie am Vortag, erst mal telefonieren und dann auf Rückholer warten.
Zum Glück lagen wir nur 300 m von einem großen Bauernhof entfernt. Wir gingen also beide zusammen dorthin und gaben die Landemeldung ab, bekamen von der Dame des Hauses noch was zu trinken und gingen wieder zum Flugzeug zurück.
Dort angekommen hörten wir allmählich das Geräusch eines sehr großen Hubschraubers näherkommen, konnten auch erahnen, wo das Gerät herkommen musste, nur sehen konnten wir es nicht, bis der Hubi in ca. 150 m über uns auftauchte. Jetzt wussten wir auch, warum das Gerät so laut war, es handelte sich um einen Chinook - Hubschrauber, einen der Sorte mit 2 horizontalen Rotoren, also so ziemlich das Größte, was es an Transporthubschraubern gibt.
Der Hubschrauber verlangsamte urplötzlich seine Fahrt und drehte in einen Kreis um unsere Außenlandestelle ein.
Prima, dachten wir uns, das bekommt man ja nicht alle Tage zusehen, rissen unsere Mützen vom Kopf und winkten den Fliegerkollegen freundlich zu, die machten daraufhin noch 2 Kreise und wir bekamen langsam so ein flaues Gefühl im Magen, ob die Hubschrauberbesatzung unsere Winkerei nicht vielleicht falsch interpretieren würde, oder ob sie uns gar suchte, weil wir vielleicht eine Luftraumverletzung in Borkenberge begangen hatten ( klingt naiv, war aber so).
Wir hatten schon lange unsere Mützen wieder runtergenommen und aufgehört zu winken, da landete der schwere Flieger auf unserem Acker.
Völlig verdutz hatten wir große Mühe, bei den starken Turbulenzen, die von dem Hubi ausgingen, unsere Ka 13 festzuhalten.
Und dann sprang auch schon jemand aus dem Hubschrauber raus und kam auf uns zugerannt.
Willi ging dem Mann entgegen, während ich weiterhin bei der Ka 13 blieb.

Etwas klein sieht man auf dem nebenstehenden Bild

den Hubschrauber so ca 300 m entfernt stehen


Ein kurzes Gespräch fand zwischen den beiden statt, ich konnte wegen dem Krach nichts verstehen, Willi schüttelte den Kopf und der Soldat machte sich wieder in Richtung Hubschrauber auf den Weg.
Willi kam zurück und erzählte mir des Rätsels Lösung: Die Kameraden der RAF hatten gedacht, wir wären notgelandet und wollten uns ihre Hilfe anbieten.
Nun flogen Sie einfach weiter, wir mussten wieder die Ka 13 festhalten, und dann waren wir wieder allein auf dem Acker, aber nur für kurze Zeit, denn nun sah man an allen Seiten des Ackers Leute auftauchen, die durch das Hubschraubergeräusch aufmerksam wurden. War gar nicht schlecht, denn so hatten wir dann auch genügend Leute, die uns helfen konnten, unseren Flieger an den Ackerrand zu ziehen.
Diese ganze Geschichte hört sich zwar etwas komisch an, ist aber genauso abgelaufen, wir können den Hubi auf unserem Acker sogar nachweisen, denn wir haben zum Glück Fotos davon gemacht, die Geschichte hätte uns ja sonst eh keiner abgenommen.